Interview: Jan Bartel von SHAREaCAMPER

Jan Bartel, Gründer und Geschäftsführer von SHAREaCAMPER

Jan Bartel, Gründer und Geschäftsführer von SHAREaCAMPER

Herr Bartel, welches Problem wollen Sie mit SHAREaCAMPER lösen?

Viele Menschen lieben Campingurlaub und möchten gern mit einem Wohnmobil verreisen, besitzen aber kein eigenes Fahrzeug. Die Reisemobile gewerblicher Vermieter sind oft nicht nur lange im Voraus ausgebucht, sondern auch für viele Urlauber zu teuer. Mit unserer Vermietung von privat an privat erweitern wir mit SHAREaCAMPER das Angebot des Marktes, indem wir bislang ungenutzte Kapazitäten verfügbar machen.

Was sind die größten Vorteile für Mieter und Vermieter von Wohnmobilen?

Ganz einfach: Die meisten Vermieter nutzen ihr Wohnmobil maximal sechs Wochen im Jahr. Den Rest der Zeit steht es ungenutzt in der Einfahrt. Mithilfe der Vermietung können sich Besitzer einen Teil der Anschaffungs- und Haltungskosten wieder hereinholen. Urlauber sparen Geld, weil sie sich kein eigenes Wohnmobil anschaffen müssen und viele Fahrzeuge bei uns günstiger sind als bei gewerblichen Vermietern. Darüber hinaus können Mieter individuelle Wünsche mit dem Vermieter absprechen und bekommen keine Mindestmietdauer von sieben Tagen aufgezwungen.

Wie prüfen Sie den Zustand der Camper?

Fahrzeuge, die nicht verkehrstauglich sind, können über unser Portal gar nicht vermietet werden. Mieter finden auf unserer Seite nur solche Reisemobile, die vom Tüv die nötigen Zulassungen erhalten haben. Vermietern geben wir ebenfalls ein sicheres Gefühl, indem sich unsere Mieter über ihren Führerschein verifizieren.

Jetzt im Frühjahr beginnt in Deutschland die Campingsaison. Welche neuen Services bietet SHAREaCAMPER seinen Kunden in der Saison 2017?

Gerade haben wir ein Pilotprojekt gestartet, das sich an Reisemobilbesitzer richtet, die sich wegen Zeitmangel nicht selbst um die Vermietung kümmern können. Deswegen können sie in Nordrhein-Westfalen und Sachsen ihr Fahrzeug ab sofort vermieten lassen. Dafür geben sie es bei einer unserer beiden Vermietstationen, dem Wohnmobilcenter Köln oder Sachsen, ab. Das sind professionelle Reisemobilvermieter, die von der Buchungsabwicklung und der Übergabe an den Mieter bis hin zur Reparatur den kompletten Aufwand erledigen. Auf diese Weise können Besitzer Mieteinnahmen generieren, ohne etwas dafür tun zu müssen.
Darüber hinaus wollen wir es noch attraktiver machen, uns weiterzuempfehlen: Kunden, die einen neuen Vermieter werben, erhalten als Dankeschön einen 50-Euro-Gutschein von Amazon, für neu geworbene Mieter gibt es einen 25-Euro-Gutschein. Auch die neuen Kunden profitieren: Jedem Angeworbenen schenken wir nach der ersten erfolgreichen Vermietung oder Buchung ebenfalls einen 25-Euro-Amazon-Gutschein.

Es gibt eine ganze Reihe von Start-ups, die Wohnmobile vermitteln. Wie setzen Sie sich gegen diese durch?

Wir überzeugen unsere Kunden mit der Qualität unserer Dienstleistung. Zusammen mit dem Marktführer für Reisemobil-Versicherungen RMV haben wir ein einzigartiges Rundum-Sorglos-Versicherungspaket geschnürt: Dazu gehören Voll- und Teilkasko-, Kfz-Haftpflicht-, Fahrerschutz- und Veruntreuungsversicherung sowie ein Spezial-Reisemobil-Schutzbrief für den Mietzeitraum. Oben drauf kommt noch ein Reiseschutzpaket der Allianz. Dadurch können unsere Mieter nicht nur sorglos reisen, Vermieter können auch beruhigt sein, dass ihre eigene Schadenfreiheitsklasse unberührt bleibt. Neben der umfassenden Versicherungslösung legt unser Kundenservice großen Wert darauf, jede Frage persönlich, ausführlich und zeitnah zu beantworten.

Erwarten Sie in Ihrem Markt eine Konsolidierung auf Anbieterseite?

Ja, auf europäischer Ebene wird sich wahrscheinlich über kurz oder lang eine Marke besonders etablieren. Das wird derjenige Anbieter sein, der die meisten Marktanteile gewinnt, also das größte Angebot an Wohnmobilen bereitstellt und die meisten Buchungen generiert. Wer es schafft, für möglichst viele Länder eine Versicherungslösung für die private Reisemobil-Vermietung anzubieten, hat dabei gute Chancen.

Welches sind Ihre wichtigsten Märkte?

Deutschland, Australien und Neuseeland. Unser Hauptsitz mit dem größten Büro ist in Köln, in Sydney und Christchurch haben wir ebenfalls Standorte. Dadurch, dass wir auf beiden Erdhalbkugeln vertreten sind, ist für uns immer Campingsaison. Wenn es in Deutschland Herbst wird, beginnt in Down Under der Frühling. Deutsche Mieter, die Australien oder Neuseeland mit dem Camper bereisen möchten, können sich in beiden Ländern an deutsche SHAREaCAMPER-Mitarbeiter wenden, die Ihnen bei der Buchung in ihrer Muttersprache helfen.

Wo steht SHAREaCAMPER in drei Jahren?

Wir arbeiten daran, Marktführer in unseren Kernmärkten zu werden und wollen nach und nach weitere Länder mit SHAREaCAMPER erschließen. Darüber hinaus sind wir dabei,
unser Produkt so zu verbreitern, dass es für einen noch größeren Markt interessant ist.

Was schreiben Sie über die Gründung von SHAREaCAMPER in Ihren Memoiren?

Dass es eine abenteuerliche Reise mit anfangs vielen Unbekannten war. Nachdem Florian und ich beschlossen hatten, SHAREaCAMPER zu gründen, sind wir nach Neuseeland gereist – ohne Bankkonto, ohne Versicherungslösung, ohne Mitarbeiter. Als wir nach drei Wochen zurückkamen, hatten wir das alles auf den Weg gebracht. Da gehörte auch viel Glück dazu. Auf diese Weise sind wir mit viel Leidenschaft und absoluter Überzeugung, dass unsere Idee Zukunft hat, einen Schritt nach dem nächsten gegangen und haben SHAREaCAMPER zu einem anerkannten Vermietportal für Reisemobile aufgebaut.

14. März 2017

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